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Historische Entwicklung:
Erste Besiedlung am Zschampertbach um 5000 v. Chr., Ackerbauern und Viehzüchter
(Linienbandkeramik) und um 2500 v. Chr. (Schnurkeramik). Um 500 n. Chr.
Herrmunduren (germanischer Volksstamm), um 700 bis 1000 slawische Volksstämme
(Sorben), Gründung des Ortskerns. Im 11. bis 13. Jh. Besiedlung durch
Franken, Thüringer, Flamen mit Erweiterung des vorhandenen Rundweilers
zum Gassendorf im Einflussbereich der Merseburger Bischöfe bzw. des
Petersklosters. Existenz von 34 Bauerngütern (»Altgemeindeberechtigte«)
von etwa 1300 bis 1900.
Beginn der Industrialisierung Anfang des 20. Jh. im Osten des Ortsteils
nahe der Bahnlinie (Bahnhof ab 1906). Gasversorgung ab 1895, Strom seit
1910, Wasserleitung seit 1915.
Wesentliche geschichtliche Einzelereignisse:
ab 1091 bis zur Reformation Zugehörigkeit zum Peterskloster (»Abteidorf«)
um 1150 Bau der Kirche
1285 erste urkundliche Erwähnung
1509 Brandensteinische Stiftung: Jährliches Spendenfest für
Ärmere (bis 1900) und Waldschenkung
1544 Schule am Kirchhof
1562 Zugehörigkeit des Ortes zum Amt Schkeuditz (Kurfürstentum
Sachsen)
1628-1646 Belagerungen, Zerstörungen und Epidemien im Dreißigjährigen
Krieg
1704 Teichmühle am Zschampert (bis 1930)
1835 Windmühle auf dem Wachberg (bis 1934)
1745 Lager der sächsischen Armee auf dem Wachberg und in seiner Umgebung
1813 Gefecht Preußen-Franzosen an Wachberg und Sandberg (General
Kleist)
1839 Erster Gemeinderat (Siegelsymbol: Drei Linden auf Wachberggipfel)
1864 Erster Sportverband in Rückmarsdorf
1877 Schule an der Brandensteinstraße
1865 Vermessungsstein der sächsischen Triangulierung auf dem Wachberg
1896 Friedhof am Wachberg
1913 Schule an der Friedenseiche
1914 Wasserturm auf dem Wachberg
1926 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rückmarsdorf
1940 Flugwache auf dem Wachberg
1958 Keine selbständig existierenden Bauerngüter mehr
1991 Ende der Produktion durch Bauernwirtschaften in Rückmarsdorf
nach rund 1000 Jahren
1991-2000 Neubau von Wohn- und Gewerbegebieten zwischen Sandberg und Bahnhofssiedlung
1993 Gründung des Heimatvereins Rückmarsdorf zur Pflege von
Natur und Kultur des Ortsteils
Sehenswürdigkeiten und Denkmale
Historischer Rundweiler mit Sackgassenerweiterung als Ortskern
(»Winkel«)
Kirche aus dem 12. Jh. (mit Umbau 1715 u. 1904) mit romanischem
Portal, Taufstein von 1960 (Merseburger Schlossbaumeister) und spätromantischer
Schmeißer-Orgel
Altes Schulhaus von 1450 im Winkel (als Wohnhaus eingerichtet)
Rathaus von 1928 auf dem Sandberg mit neugotischem Giebel (Expressionismus/Art-déco)
Vierseit-Bauernhof an der Alten Dorfstraße mit Fränkischem
Taubenhaus (18. Jh.)
Ein Dreieck bildete Brücken (Unikate) über den Kanal
und die Eisenbahnstrecke (1935)
Reste der Wassermühle von 1704 (An der Teichmühle) und
Heimatmuseum in einem der alten Mühlgebäude (Stadtgeschichtl.
Museum Leipzig und Heimatverein Rückmarsdorf): Geschiebesteine, Fossilien,
Geschichte der Bauern und Handwerker in R., Schulgeschichte, Ereignisse
von 1813, Seume-Zimmer
Einkaufspassage Rückmarsdorf an der B 181
Wasserturm auf dem Wachberg (1914)
»Krautbreite« als neolithischer Siedlungsplatz
Wachberg als Stätte geologischen, historischen, kulturhistorischen
und botanischen Interesses, Aussichtspunkt (»Berg der hundert Türme«)
Dorfteich am Schwanenweg (mit Wassergeflügel)
Bach Zschampert mit Grünzone
- Sportplatz an der B 181, Kegelbahnanlage und Kleinfeld am Rennsteig
Rückmarsdorf-Schönauer Lachen (geschützter Biotop)
im Osten des Ortsteils
Amerikanische Schwarznuss (Juglans nigra) am Friedhof
Gedenkstein für General Friedrich Kleist auf dem Wachberg
(1813)
Vermessungssäule von 1865 auf dem Wachberg
Menhir der Steinzeit Nähe Teichmühle
Gedenkstein für die Gefallenen des 1. Weltkrieges an der Kegelbahn
Viertelmeilensäule (Teil) von 1830 (ursprüngl. Nähe
Zschampert)
Eisenkugel mit rätselhaften Eigenschaften (Pyrith, nicht magnetisch,
nicht rostend, sehr hart, möglicherweise mit Hohlraum)
Literatur:
Teichert/Hagert, Die Ortsgeschichte von Rückmarsdorf, Rückmarsdorf
1966
Deweß/Hauschild/Mißbach, Heimat- und Wanderheft »Bienitz«,
Sax-Verlag Beucha, 1998
Pro Leipzig, Rückmarsdorf, eine historische und städtebauliche
Studie, Leipzig 2001
Ansprechpartner:
Heimatverein Rückmarsdorf e. V., Sandberg 24, 04178 Leipzig
Jochen Deweß
Heimatverein
Rückmarsdorf e.V.
Sitz: Sandberg 24
04178 Leipzig-Rückmarsdorf
Vorsitzender: Matthias Götz Tel. 0341 9412228
E-Mail: mc.goetz@web.de
Stellvertreter: Dieter Schiwek
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